Gemeindefahrt am 16.09.2017 nach Bamberg

Auf den Spuren der heiligen Kunigunde

Der Einladung der Kirchengemeinde St. Kunigundis in Kassel-Bettenhausen
zur Gemeindefahrt am 16.09.2017 folgten auch zahlreiche Mitglieder aus
anderen Gemeinden des gleichnamigen Pastoralverbundes im Kasseler Osten.
Bereits am 03.09.2017 hatte man gemeinsam gefeiert. Das gut besuchte Pfarrfest als Kirchweihjubiläum stand unter dem Motto "90 Jahre St. Kunigundiskirche". Auch Orgelmusik erfreute damals viele Besucher, denn die Konzertorganistin Mana Usui hatte die bedeutende Euler-Orgel der Kirche festlich erklingen lassen.
  
Die St. Kunigundiskirche in Kassel-Bettenhausen wurde 1927 dem Schutz der heiliggesprochenen Kaiserin Kunigunde empfohlen. Ihr Gemahl, der hl. Kaiser Heinrich II., ist seit 1961 Schutzpatron der St. Heinrich-Kirche in Oberkaufungen.
Über dieses Kaiserpaar und Geschichtliches, (Macht-)Politisches, Kultur- und Kunsthistorisches sowie Kirchliches der damaligen Zeit informierte die Kunsthistorikerin Frau Dr. Barbara Richarz-Riedl sowohl bei der Stadtführung in Bamberg als auch im vollbesetzten Reisebus und wies auf die Verbindungen der Region Kassel / Kaufungen (mit Königshöfen und Kloster) zu Bamberg seit etwa 1000 Jahren hin.
Würdiger Höhepunkt war die Meßfeier in der Nagel-Kapelle im Dom zu Bamberg mit Herrn Erzbischof Prof. Dr. Ludwig Schick, der von 1998 bis 2002 Weihbischof im Bistum Fulda war.
Erzbischof Schick stellte in seiner Ansprache fest, daß dies eine Pilgerfahrt (= Wallfahrt) gewesen sei und begrüßte besonders die anwesenden Kinder und Jugendlichen.

Er charakterisierte die hl. Kunigunde als eine emanzipierte und kluge Frau, die dank ihrer Bildung als gekrönte Kaiserin eine absolute Spitzenstellung im "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" erreicht hatte. In ihrer Art und geistlich-religiösen Prägung sei sie ihrer Zeit weit voraus gewesen.
Auch Treue und Loyalität zu ihrem Gemahl zeichnen sie nach seinen Worten aus, ferner ihre Bescheidenheit. Denn nach dem Tod ihres Mannes 1024 zog sich die fromme Witwe als einfache Nonne in das von ihr etwa 1017 gegründete Benediktinerinnen-Kloster in Kaufungen zurück, wo sie 1033 starb.
Obwohl die Eheleute Kunigunde und Heinrich kinderlos geblieben sind, sei die hl. Kunigunde laut Erzbischof Schick eine mütterliche Frau, die sich den Armen und Kranken widmete und für diese Krankenhospize bauen ließ. Die Menschen nannten sie deshalb "Mutter der Armen".
Beeindruckt von den vielen Informationen und der Stadt Bamberg trafen alle Teilnehmenden wieder gut in Kassel ein. (Franz Höfer)

 
 

90 Jahre St. Kunigundis