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Freundeskreis Haiti
From: Soraya Jurado
Sent: Friday, February 05, 2010 4:03 PM
To: kunigundis.kassel@donbosco.de
Subject: Erdbeben Haiti
Sehr geehrter Herr Pater Heroven, liebe Pfarreimitglieder von Sankt Kunigundis,
zunächst einmal möchten wir sehr herzlich für Ihre großzügige Zuwendung für die Salesianer in Haiti danken. Ihre beiden Beträge in Höhe von je 2.226,56 ~ und 11.355 ~ werden für den Wiederaufbau verwendet werden. Dafür unseren herzlichen Dank.
In der Anlage leite ich Ihnen eine kurze Darstellung über die bisher erfolgten Hilfe weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Soraya Jurado
Projektreferentin Lateinamerika
Kurze Darstellung über die bisher erfolgten Hilfe Stand 05.02.2010
Haiti: Hilfsmaßnahmen der Salesianer Alle Hilfeleistungen werden weiterhin über das Büro in New Rochelle koordiniert, in enger Abstimmung mit den Salesianern in Haiti und in der Dominikanischen Republik. Die Salesianer versorgen an die 13.500 Erdbebenopfer: 6.500 in Carefour-Thorland und 7.500 in Petionville. Genaue Zahlenangaben können nicht gemacht werden, da die Fluktuation der versorgten Menschen sehr groß ist. Dies trifft besonders auf die Zahl der Kinder und Jugendlichen zu, die allerorts auf den Straßen nach Hilfe Ausschau halten. Br. Sanon wurde zusammen mit anderen Opfern der Kleinen Schulen in einem gemeinsamen Grab nahe OPEP beigesetzt. Auf dem Gelände hat sich Stille breit gemacht. Zwischen den Trümmern und dem Geröll finden sich Schulhefte, Stifte und Stühle in wildem durcheinander. Pater Stra hat das Krankenhaus verlassen und befindet sich im Provinzialat in Santo Domingo. Seine Genesung schreitet zufriedenstellend voran. Am 30. Januar 2010 übernahm Pater Sylvain Ducange, gebürtiger Haitianer, das Amt des Provinzials in Nachfolge zu Pater Jacques Charles. Die Amtsübergabe erfolgt unter äußerst schwierigen Vorzeichen, doch Provinzrat und Vertreter aus Rom und New Rochelle stehen ihm in diesem Tagen zur Seite. Wir wünschen ihm viel Stärke und Kraft für die nächsten Wochen und Monate. Ein Italienisches Marineschiff ist in Port-au-Prince angekommen. Auf dem Krankenhausschiff befinden sich auch 200 Militärexperten für Infrastruktur und Wiederaufbau an Bord. Diese werden nach Erhalt der entsprechenden Genehmigung durch die Haitianische Regierung auf dem Gelände von ENAM Schutt und Geröll der zerstörten Einrichtungen entfernen. Die Arbeiten sollen am Montag, dem 8. Februar beginnen. Es besteht die Möglichkeit, dass diese Kräfte, die auch für andere NOGs arbeiten werden, danach noch in anderen Einrichtungen der Salesianer tätig werden. Versorgung mit Lebensmitteln, Wasser und anderen Hilfsgütern Es wurde eine Landbrücke von der Dominkanischen Republik nach Haiti eingerichtet. Alle Hilfsgüter werden von Barahona und La Vega aus mittels Laster nach Jimani (Grenzortschaft DomRep.-Haiti) gebracht. Zu diesem Zweck wurden zwei Laster gekauft. Weitere Fahrzeuge werden je nach Bedarf angemietet. Ein mit Lebensmitteln und Wasser bepackter Laster kostet 8.400 ~, ein nur mit Wasser beladener Laster 4.500 ~. In diesen Summen sind Miete und Benzinkosten mit einberechnet. In Jimani wird ein Lager eingerichtet. Hier sollen die Hilfsgüter angeliefert, zwischengelagert und in familiengerechte Pakete umgepackt werden. Dies erleichtert die Verteilung vor Ort. Das Lager wird voraussichtlich am 9.2. in Betrieb genommen. Eine so genannte "food ration" enthält Lebensmittel (Reis, Bohnen, getrockneter Fisch) für eine dreitägig Versorgung einer Familie. Seit dem 21. Januar wurden schon 20.000 Mahlzeiten verteilt. Es ist geplant einen Gabelstapler für das Lager zu kaufen. Die Hilfskonvois werden nach Thorland, Cité Soleil und Cap-Haitien geleitet (der zunächst angedachte Standort Thorland kann zurzeit nicht beliefert werden). Diese Standorte bieten zurzeit die beste Sicherheitslage vor Ort. In den nächsten Wochen soll ein Container mit 270.864 Reisrationen nach Santo Domingo aufbrechen. Voraussichtlich ab Ende Kalendarwoche 5 (7. Februar) wird das Rote Kreuz die Lebensmittelversorgung übernehmen (Die Containertransporte sollen nach Santo Domingo erfolgen und von dort auf dem Landweg nach Port-au-Prince gebracht werden. Die beiden gespendeten Wasseraufbereitungsanlagen der Fa. Schrobenhauser International Group, die über die LH Cargo in Zusammenarbeit mit der Help Alliance und dem THW nach Port-au-Prince geliefert wurden, sind am 1.Februar in Petionville und Thorland angekommen und in Betrieb genommen worden. Fachpersonal wird in den kommenden Wochen weitere Wasseraufbereitungsanlagen in Betrieb nehmen und Schulungen durchführen, zwecks Instandhaltung derselben. BEGECA (Deutschland) hat die Beschaffung von Wasserfiltern angeboten. Jeder Filter hat eine Kapazität von 4l/Std. mit einer maximalen Leistung von 150.000 l (Gewicht 3,3kg, 25 x 45 cm). Eine Schiffsladung mit Medikamenten, die von Jugend Eine Welt Österreicht versandt wurden, hat Santo Domingo erreicht und wird in den nächsten Tagen nach Haiti verfrachtet. P. Joseph Simon erhielt einen 40 Kw Generator für das Straßenkinderprogramm in Petionville. Zelte und Notunterkünfte Die meisten Menschen schlafen und leben noch immer unter freiem Himmel oder in Autos, weil sie alles verloren haben oder Angst haben, dass die noch stehenden Gebäude einstürzen könnten. Aus diesem Grund wurden 800 Zelte, für je 10 Personen, zur Verfügung gestellt. Weitere 2.000 Zelte, für je 6 Personen, kamen in den darauffolgenden Tagen in Port-au-Prince an. Obwohl es im Augenblick aufgrund der starken Nachfrage schwer ist, Zelte mit entsprechender Größe zu beschaffen, beabsichtigen Salesianer weitere 2.000 Zelte zu kaufen, die in den nächsten Tagen und Wochen nach Port-au-Prince gebracht werden sollen. Es wird auch überlegt provisorische Unterkünfte aus vorgefertigten Materialien zu besorgen und nach Port-au-Prince zu bringen und die Nutzbarkeit der noch bestehenden Gebäude für diese Zwecke zu prüfen. Übergangshilfe Nachdem sich die ersten Logistikprobleme der Hilfsorganisationen allmählich auflösen und immer mehr Menschen Hilfen erhalten, beginnt nun die Phase der Übergangshilfe. Bis alle Menschen versorgt sind werden die Salesianer weiterhin ihre Versorgungsbrücke über die Dominikanische Republik aufrechterhalten. In den nächsten Tagen und Wochen sollen die Sicherheitslage der noch existierenden Gebäude überprüft, die geschädigten Einrichtungen gesichert und erste Pläne für den Wiederaufbau ausgearbeitet werden. Ein wichtiges Thema ist die Sicherung der Gelände, damit die dort Zuflucht suchenden Menschen ohne Angst vor Raub und Gewalt Ruhe finden und versorgt werden können. Aus diesem Grund hat P. Ducange um Finanzierungshilfe für den Bau von Mauern und das Einziehen von Zäunen um die noch bestehenden Einrichtungen gebeten. Sämtliche Einrichtungen der SDB in Port au Prince wurden durch das Erdbeben vom 12. Januar 2010 beeinträchtigt und zum Teil total zerstört. Darunter die vielen "kleinen Schulen", die den vielen Kindern im Slum Cité Soleil Bildung gebracht haben, ebenso auch die Grundschule, die im Gebäude vom eingestürzten ENAM untergebracht war. Schulunterricht ist derzeit nicht möglich, da zum einen die Gebäude zerstört sind und zum anderen Materialien fehlen. Dennoch planen die Salesianer die Wiederaufnahme des Unterrichts, denn dies ist ein gutes Mittel um die Kinder und Jugendlichen von den Straßen zu holen. Der Unterricht vermittelt ein Stück Normalität im Alltag und lenkt die Kinder von den schrecklichen Erlebnissen ab und ermutigt sie den Blick nach vorn zu richten. Zu diesem Zweck hat Don Bosco Bonn 900 Sets "School in a bag" bestellt. Eine Box enthält Unterrichtsmaterialien für einen Lehrer und 40 Schüler (Hefte, Blöcke, Stifte, Kreide etc.- keine didaktischen Materialien). Somit können in einer ersten Phase 36.000 Schüler erreicht werden. Dies ist eine wichtige Übergangsmaßnahme, weil die Sets flexibel in so genannten "Bordsteinschulen" eingesetzt werden können. Gleichzeitig ermöglicht die Wiederaufnahme des Unterrichts, eine Art Traumaverarbeitung mit den Kindern und Jugendlichen aufzunehmen. In einer zweiten Phase wird Jugend Eine Welt Österreich weitere 700 Sets zur Verfügung stellen. Ein Set kostet 56 ~ (ohne Versand), mit Versand ca. 65 ~. Es wird damit gerechnet, dass dieses Material Mitte-Ende Mai 2010 Port-au-Prince erreicht. Salesian Mission plant die Einrichtung einer Datenbank zur einfacheren Übersicht der geplanten Übergangs- und Wiederaufbauhilfe und deren Koordination. Wiederaufbau Am 2. Februar erfolgte eine erste Bestandsaufnahme der Situation in den verschiedenen Niederlassungen sowie erste Plangespräche für den Wiederaufbau. Geprüft werden zurzeit die Sicherheitslage der noch existierenden Gebäude und der Gelände (Statik, Tragfähigkeit etc.) und deren mögliche Nutzung in einer Übergangsphase sowie für den Wiederaufbau. Zu diesem Zweck wurde ein vierköpfiges Team (RR-Team - Rehabilitation and Reconstruction) nach Port-au-Prince entsandt. Dieses Team soll zusammen mit den Salesianern vor Ort eine Liste der Prioritäten aufstellen, unter Einbezug der Schwerpunkte: Versorgung der Obdachlosen, Wiederherstellung der Infrastruktur für schulische Ausbildung mit der Einrichtung von provisorischen Klassen und Heimen sowie Wiederaufbau der Infrastruktur für die schulische und berufliche Ausbildung. Weitere Experten werden damit beauftragt zu prüfen, welche Infrastrukturen im Bereich Wasser- und Sanitäranlagen notwendig sein werden. Stand 5.2.2010
Maiandachten in St.Kunigundis
Jeden Dienstag um 17:30 Uhr




